Der multikulturelle Verein Tornescher Allerlei und die Volkshochschule Tornesch laden ein zu einer Lesung in das Kulturcafé "Kleiner Friedrich" an der Friedrichstraße. Am Freitag, 5. Februar , wird dort der Quickborner Journalist Peter Jäger von 16 Uhr an aus seinem Hamburg-Roman "Kalte Wasser", der im Sutton-Verlag erschienen ist, lesen. Er beschreibt die Aufbruchsstimmung und das Lebensgefühl in der Zeit des legendären Wirtschaftswunders. Ein junger Mann
verlässt den Ruhrpott, um in der Großstadt neu durchzustarten. Doch bevor er die Erfolgsleiter erklimmen kann, drängt ihn seine studierende Cousine in einen Strudel Hamburger Ereignisse. Zur Einstimmung der Besucher auf dieses packende Stück
Zeitgeschichte werden beliebte Musiktitel der 50er- und 60er-Jahre gespielt. Der Eitritt kostet fünf Euro. Darin sind Kaffee und Kuchen enthalten. (kuk)
Aus: Hamburger Abendblatt, 01. Februar 2010
Tornesch (bal) Hanfried Kimstädt, Vorsitzender des multikulturellen Vereins ToAll, hat den Journalisten Peter Jäger bei einem Treffen von
Kulturschaffenden in Quickborn als erstes für sich entdeckt und nun stellte er den freiberuflichen Schreiber und dessen Roman "Kalte Wasser" im "Kleinen Friedrich" vor.
Und Peter Jäger, selbst Jahrgang 1940, hatte für seine zumeist
älteren Zuhörerinnen und Zuhörer eine Menge Fakten mit Wiedererkennungswert parat. Jäger schildert die Erlebnisse eines jungen Mannes in den Jahren 1961 und 1962, beschreibt die Zeiten des Wirtschaftswunders,
kleinbürgerliche Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der Freien und Hansestadt Hamburg, den spießigen Mief der auslaufenden Adenauer-Aera, den beginnenden Protest der Nachkriegsgeneration gegen die ewig Gestrigen, aber auch
Mode und Musik, die in diesen Jahren "dufte" waren. Er lässt längst vergessen geglaubte Schlagertitel wieder aufleben, erinnert an damalige lokale und nationale Politikgrößen, führt seine Leser in verräucherte Hamburger
Szenekneipen. Der große Schauspieler Klaus Kinski flüstert im Audimax Villon, von dem heute noch kaum einer etwas weiß.
Peter Jägers Hauptperson Theo erlebt in einer prüden und moralisierenden Zeit die Liebe, aber auch das Elend der Menschen bei der großen Sturmflut, wirft sich für das Nachrichtenmagazin "Spiegel" bei dessen legendärer Affäre in die Bresche
und nennt Orte und Ereignisse in und um Hamburg, die damals den Nerv der Zeit berührten.
Nett lockerten Jäger und Kimstädt die gesamte Lesung mit Schlagern und legendärer Rockmusik aus den fünfziger und sechziger Jahren auf, insgesamt also eine Lesung, die die Zuhörer rundum genießen konnten.
Uetersener Nachrichten, 11. Februar 2010
Wer nicht aufbricht, kann nichts Neues finden. Diese autobiografische Botschaft von Journalist und Autor Peter Jäger durchzieht auch seinen Debüt-Roman „Kalte Wasser".
Peter Jäger, selbst ein Kind der Wirtschaftswunderzeit, beschreibt in seinem historischen Roman die legendäre Aufbruchstimmung ebenso wie die Unstimmigkeiten der ausklingenden Adenauer-Ära. Jäger erinnert sich: „Die Jugend suchte eigene Wege, wurde zornig, wenn Verbote ausgesprochen oder unsere Musik-Idole verteufelt wurden. Das war neu." Diesen Wandel hat er wunderbar eingefangen, mit viel Liebe zum historischen Detail. Ein Buch für alle, die die Zeit selbst miterlebt haben, aber auch für alle politisch interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Wer neugierig geworden ist, dem sei die Lesung von Peter Jäger am Freitag, 28. November in der Thalia Buchhandlung im Tibarg Center empfohlen. Mit seinem Publikum unternimmt der Autor einen Ausflug ins turbulente Zeitgeschehen, unterlegt von typischen Musiktiteln der 60er Jahre, und liest ausgewählte Kapitel aus „Kalte Wasser". ap
Aus: "Niendorfer Wochenblatt", Nr. 47 vom 20. November 2008
Große Chance für den Journalisten Peter Jäger: Der Quickborner hat seinen Debüt-Roman im renommierten Sutton-Verlag unterbringen können. Vor vier Jahren erschien die Geschichte über einen jungen Mann, den es ins Hamburg der Jahre 1961/62 verschlägt, bereits in Jägers Eigenregie. Mit Redakteur René Erdbrügger sprach der Autor über die Schwierigkeiten, ein Buch auf den Markt zu bringen, und über Zeiten, in denen noch viel mehr Menschen für ihre Rechte protestierten und auf die Straßen gingen.
Glückwunsch zum gerade erschienen Roman ‚Kalte Wasser‘. Einiges an dem Taschenbuch macht mich stutzig.Jäger: Da bin ich aber gespannt.
Die Geschichte haben Sie uns vor vier Jahren schon einmal präsentiert. Ich erinnere mich noch an Ihre erfolgreiche Lesung in Quickborn.
Jäger: Stimmt! Den Stoff habe ich damals in eigener Regie herausgebracht. Nach einigen Lesungen in Hamburg und im Kreis Pinneberg ging mir die Luft aus. Ein unbekannter Autor kann die Vermarktung nicht ohne einen erfahrenen Verlag schaffen.
Und den haben Sie jetzt gefunden?Jäger: In der Tat. Mit dem Sutton Verlag in Erfurt habe ich einen idealen Partner gefunden. Eigentlich durch einen Zufall. Der Verlag ist auf Bilddokumentationen von Städten, Stadtteilen und Regionen spezialisiert. Ich bekam zunächst den Auftrag für eine bebilderte Chronik, die im vergangenen Sommer erschienen ist. Als ich erfuhr, dass Sutton auch historische Krimis und Romane heraus bringt, habe ich meine Geschichte angeboten. Ich gestehe: das Lektorat hat mich nicht geschont.
Das Cover ist ansprechend gestaltet, der Titel „Kalte Wasser“ reißt mich aber nicht vom Hocker.Jäger: Mich auch nicht. Es müsste eigentlich ‚Sprung ins kalte Wasser’ heißen, doch mein Verlag wählte die kürzere Variante, die gut zum Titelbild passt. Trotzdem gibt es, wenn Sie den Klappentext lesen, einen Bezug zum Inhalt.
Im Klappentext steht, dass der junge Held Theo, der in Hamburg durchstartet, reichlich orientierungslos in fremden Gewässern strampelt. Jäger: Das ist doch oft so im Leben, dass wir Pläne schmieden und woanders ankommen. Mein beruflicher Lebenslauf ist das beste Beispiel dafür. Auch ich bin – bis ich 1978 als Quereinsteiger zur Zeitung kam – in mehreren Branchen tätig gewesen. Aber ich habe meine Ziele niemals aufgegeben. Das ist übrigens auch die Stärke von Theo Wutzke – sein Neuanfang in Hamburg erweist sich zunächst als ernüchternd, sogar enttäuschend. Aber er strampelt weiter, bis er seinen Weg und nicht zuletzt auch seine Liebe findet. Bei den Diskussionen mit den WG-Studenten wird eine unüberbrückbare Kluft deutlich. Jäger: Er lehnt sie ab, diese Besserwisser. Ihn fasziniert jedoch der Mut seiner Cousine Anja, einer Studentin, die er als Rednerin einer Wahlveranstaltung im September 1961 erlebt. Sie vertritt eine linke Gruppierung, die in der heftigsten Phase des Kalten Krieges für Verhandlungen mit dem Ulbricht-Staat eintritt. Als sie Theo anbietet, sie in der Friedensbewegung zu unterstützen, lehnt er entrüstet ab. Er will sich nicht in den politischen Strudel jener Tage hineinziehen lassen. Darauf nimmt seine Cousine aber keine Rücksicht. Sie fordert ihn ständig heraus.Jäger: Mit missionarischem Eifer will sie dem Provinzler die Augen öffnen für die Realitäten. In Hamburg ratterten nicht nur die Nietenhämmer auf den zahlreichen Werften. Es gab auch eine spannende Kultur-Szene. Klaus Kinski trat im Gewerkschaftshaus und im Audimax auf, wo Theo ihn erlebte. Es gab die legendäre ‚Palette‘, wo er sich beinahe mit einem bärtigen Stammgast geprügelt hätte. In fast jeder Kneipe stand eine Musikbox mit den populären Titeln jener Zeit. Im ‚Studio an der Binnenalster’ wurde erstmals der Dokumentarfilm ‚Mein Kampf‘ gezeigt. Theo kam erschüttert aus der Vorstellung.
Während der ‚Spiegel‘-Affäre 1962, als Rudolf Augstein verhaftet wurde, ging sogar dieser unpolitische Druckereiarbeiter auf die Straße.Jäger: An jene Leser, die diese Zeit selbst erlebt haben. Aber auch an Jugendliche, die in dem Buch viel erfahren über das legendäre Wirtschaftswunder.
Für seinen Roman „Kalte Wasser“ hat der Autor Peter Jäger mehrere Wochen lang im Hamburg-Lesesaal der Staats- und Universitätsbibliothek recherchiert.
Interview aus dem Pinneberger Tageblatt vom 10. Juli 2008